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Existenzgründung aus Arbeitslosigkeit: der neue Gründungszuschuss

Wer Arbeitslosengeld I bezieht und sich aus der Arbeitslosigkeit selbstständig machen will, kann seit dem 01.08.2006 mit dem Gründungszuschuss gefördert werden. Empfänger von Arbeitslosengeld II ("Hartz IV") können die Förderung nicht beanspruchen. Sie können stattdessen ein sogenanntes Einstiegsgeld beantragen.

Insgesamt beträgt die Förderdauer bis zu 15 Monate. Sie ist in zwei Phasen unterteilt. In den ersten neun Monaten nach dem Start in die Selbstständigkeit erhalten Gründer neben monatlichen Leistungen in Höhe ihres individuellen Arbeitslosengeldes eine Pauschale von 300 €, um sich so in der gesetzlichen Sozialversicherung absichern zu können. Nach Ablauf der ersten neun Monate kann sich eine zweite Förderphase von weiteren sechs Monaten anschließen. In diesem Zeitraum wird nur noch die Pauschale von 300 € für die Sozialversicherung gezahlt. Allerdings müssen die Neuunternehmer vor Beginn der zweiten Förderphase ihre Geschäftstätigkeit und ihre hauptberuflichen unternehmerischen Aktivitäten nachweisen.

Es werden nur Gründungen im Haupterwerb gefördert, die einen Arbeitsumfang von mindestens 15 Stunden pro Woche aufweisen. Gründer müssen außerdem bei Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit noch einen Anspruch auf Arbeitslosengeld von mindestens 90 Tagen haben.

Existenzgründer, die den Gründungszuschuss beantragen möchten, müssen durch die Selbstständigkeit ihre Arbeitslosigkeit beenden. Ein direkter übergang von einer Angestelltentätigkeit in eine geförderte Selbstständigkeit ist also nicht möglich. Ein noch bestehender Anspruch auf Arbeitslosengeld wird während der Förderung aufgebraucht. Arbeitnehmer, die ohne wichtigen Grund ihr bestehendes Arbeitsverhältnis selbst kündigen, erhalten für die Dauer von drei Monaten keine Förderung.

Um den Antrag für den Gründungszuschuss zu stellen, müssen Gründer wie bisher die Stellungnahme einer fachkundigen Stelle vorlegen. Diese Stellungnahme gibt Auskunft über die Tragfähigkeit des Gründungsvorhabens. Fachkundige Stellen können insbesondere Steuerberater sowie Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, Kreditinstitute oder Gründungszentren sein. Die Kosten der fachkundigen Stellungnahme trägt der Gründer. Der Antragsteller muss die für ihn zuständige Agentur für Arbeit von seiner persönlichen und fachlichen Eignung überzeugen. Sollten Zweifel an der Eignung bestehen, kann von dem Antragsteller verlangt werden, an einer Maßnahme zur Eignungsfeststellung oder an einem Existenzgründungskurs teilzunehmen.

Laufende Förderungen mit einem Existenzgründungszuschuss oder mit dem überbrückungsgeld sind von der Neuregelung nicht betroffen.

Weitere Informationen zum Gründungszuschuss finden Sie im offiziellen Merkblatt der Arbeitsagentur und auf der privaten Seite www.gruendungszuschuss.de


 
letzte Aktualisierung: 27. Juli 2017     info@steuerberater-bals.de